Ausführlich erklärt
Die Richtlinie ersetzt die Produkthaftungsrichtlinie von 1985. Für die Gebäudetechnik ist sie wichtig, weil Anlagen zunehmend von Software gesteuert werden: Regelungen von Wärmepumpen, Energiemanagement von Photovoltaik- und Speichersystemen, Gebäudeautomation, vernetzte Sicherheitstechnik.
Der Bundestag hat das Gesetz zur Modernisierung des Produkthaftungsrechts am 8. Oktober 2026 beschlossen (Bundesrats-Drucksache 584/26). Am Redaktionsstichtag war das Verfahren im Bundesrat noch nicht abgeschlossen. Das neue Produkthaftungsgesetz soll am 9. Dezember 2026 in Kraft treten. Für Produkte, die bis einschließlich 8. Dezember 2026 in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wurden, gilt das bisherige Recht weiter (§ 23 des neuen Gesetzes).
Für Sachverständige werden Softwarestand, Updatehistorie, Konfiguration, Betriebsdaten und Ereignisprotokolle zu Befundquellen. Ob ein Softwarefehler einen Haftungsanspruch auslöst, ist eine Rechtsfrage. Ob er vorliegt und den Schaden verursacht hat, ist Ihre Frage.
Praxisregel
Sichern Sie bei Schäden an vernetzter Gebäudetechnik früh Softwareversion, Updatehistorie und Betriebsprotokolle. Notieren Sie, wann das Produkt in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wurde und wann wesentliche Software-Updates kamen; davon hängt ab, welches Recht gilt.
Quellen
- Deutscher Bundestag, Beschluss zur Modernisierung des Produkthaftungsrechts, 08.10.2026
bundestag.de - Bundesrat, Drucksache 584/26 vom 09.10.2026, Gesetz zur Modernisierung des Produkthaftungsrechts
dserver.bundestag.de
Verwandte Begriffe
- Predictive Maintenance – Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung) bedeutet: Software wertet Zustands- und Betriebsdaten aus und schätzt, wann ein Bauteil ausfallen wird.
- KI-gestützte Gebäudeautomation – KI-gestützte Gebäudeautomation umfasst Steuerungen für Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung, Verschattung oder Speicher, die ihr Verhalten aus Betriebsdaten, Prognosen oder Belegung anpassen.