Ausführlich erklärt
Eine KI liest keine Wörter. Sie zerlegt jeden Text in Token. Deutsche Fachkomposita wie „Trinkwassererwärmungsanlage“ oder „Aufsparrendämmung“ zerfallen in mehrere Token; Fachsprache ist deshalb „teurer“ als Alltagstext. Die Faustregel aus dem Englischen, ein Token entspreche etwa drei Vierteln eines Wortes, taugt für deutsche Fachtexte nur grob.
Kapazität: Aus der Blattzahl einer Akte lässt sich die Tokenzahl nicht verlässlich ableiten. Ein Scan verhält sich anders als derselbe Text in durchsuchbarer Form, und Tabellen, Formeln und Bilder verbrauchen unterschiedlich viel.
Genauigkeit: Auch Normbezeichnungen und Messwerte wie „DIN EN 12831-1“ oder „0,24 W/(m²K)“ werden in Stücke zerlegt. Das Modell verarbeitet sie als Textbausteine, nicht als Messwert. Das ist ein Grund, warum Rechnungen, Einheiten und Normnummern zu den typischen Fehlerquellen gehören.
Praxisregel
Prüfen Sie Zahlen, Einheiten und Normbezeichnungen in KI-Ergebnissen immer gegen die Quelle. Schätzen Sie die Verarbeitbarkeit langer Akten nicht aus der Blattzahl, sondern testen Sie sie.
Verwandte Begriffe
- Kontextfenster – Das Kontextfenster ist die Menge an Text, die ein Sprachmodell bei einer Antwort gleichzeitig berücksichtigen kann, gemessen in Token.
- Probabilistisch vs. deterministisch – Ein deterministisches System liefert bei gleicher Eingabe immer dasselbe, nachvollziehbare Ergebnis, etwa eine Excel-Formel.