Qualitätssicherung · Stand 10/2026

Drei Prüffragen für KI-Antworten

Die drei Prüffragen des KI-Grundlagenpapiers der Oberlandesgerichte prüfen die Qualität einer KI-Antwort: Ist sie richtig? Ist sie relevant? Lässt sie Wesentliches weg?

Auch gesucht als: Prüffragen

Ausführlich erklärt

Das Papier stellt fest, dass es für Sprachmodelle keinen allgemeingültigen Qualitätsmaßstab gibt. Stattdessen schlägt es diese Fragen vor: „Ist die Antwort (auf die jeweils zugrunde liegende Aktenlage bezogen) inhaltlich richtig? Wenn ja: ist sie zur Beantwortung der aufgeworfenen Frage relevant? Lässt die Antwort wesentliche Gesichtspunkte außer Acht?“ (Abschnitt C.III.3.b, S. 61)

Anwendbar werden die Fragen durch einen Verfahrensschritt: Die Antwort wird in einzelne, für sich verständliche Aussageeinheiten zerlegt, die das Papier „legal data points“ nennt, und jede Einheit wird einzeln geprüft. Außerdem wird vorher festgelegt, woran „richtig“ gemessen wird. Das Papier nennt drei mögliche Bezugspunkte: das mitgegebene Material, das Trainingskorpus des Modells und die außertextliche Wirklichkeit (Abschnitt C.III.3.b, S. 59 f.).

Auf die Arbeit mit einer Akte übertragen: richtig gegenüber der maßgeblichen Primärquelle, relevant gegenüber der Beweisfrage, vollständig gegenüber Beweisbeschluss, Aktenverzeichnis und Ihrer eigenen Gliederung.

Der Gewinn liegt in der Zerlegung. Eine Zusammenfassung im Ganzen zu beurteilen, verführt zum Gesamteindruck. Einzelne Aussagen zu prüfen, ist Abnahme Position für Position, wie am Bau.

Praxisregel

Zerlegen Sie jeden inhaltlichen KI-Beitrag in einzelne Aussagen und stellen Sie jeder die drei Fragen, bevor sie ins Gutachten wandert.

Quellen

  1. Präsidentinnen und Präsidenten der Oberlandesgerichte, des KG, des BayObLG und des BGH: Grundlagenpapier „Einsatz von KI und algorithmischen Systemen in der Justiz“, 24.04.2026
    oberlandesgericht-celle.niedersachsen.de

Verwandte Begriffe

  • KI-Grundlagenpapier der Oberlandesgerichte – Das KI-Grundlagenpapier der Oberlandesgerichte ist das Papier „Einsatz von KI und algorithmischen Systemen in der Justiz“ der Präsidentinnen und Präsidenten der Oberlandesgerichte, des Kammergerichts, des Bayerischen Obersten Landesgerichts und des Bundesgerichtshofs vom 24. April 2026.
  • Verifikation – Verifikation ist die Prüfung einer KI-Aussage an einer Quelle außerhalb der KI: der Akte, der Norm in der maßgeblichen Fassung, dem eigenen Messprotokoll, einer nachvollziehbaren Berechnung.
  • Auslassung – Eine Auslassung liegt vor, wenn die KI relevante Informationen weglässt, ohne darauf hinzuweisen.

← Alle 64 Begriffe im KI-Glossar

Sie möchten sehen, wie SAVA-KI damit in der Praxis umgeht?

In der Live-Demo sehen Sie an einem praxisnahen Fall, wie Quellenbindung, Lückenmarkierung und Freigabe durch Sie funktionieren.

Kostenlosen Platz in der Live-Demo sichern

Einmal im Monat, 17 Uhr · 30 Minuten · online · kostenlos und unverbindlich

Der Termin passt nicht? Ich zeige Ihnen SAVA-KI gern auch einzeln.
Schreiben Sie mir an info@sava-ki.de, wir finden einen Termin.