Ausführlich erklärt
Verifizieren heißt nachschlagen. Nennt die KI für die Einbaufuge eines Holzfensters eine Anforderung mit Verweis auf eine Richtlinie, öffnen Sie die Richtlinie in der maßgeblichen Fassung, lesen die Stelle und prüfen ihren Geltungsbereich. Zitiert sie einen Messwert aus dem Protokoll, suchen Sie den Messwert im Protokoll.
Drei Abkürzungen sind verbreitet, und keine trägt.
Die KI fragen „Bist du sicher?“: Modelle geben dann häufig nach, auch bei richtigen Antworten, oder bestätigen falsche.
Ein zweites Modell prüfen lassen: Es kann Hinweise auf Fehler geben, ist aber kein unabhängiger Beleg. Beide können denselben Fehler aus denselben Trainingsdaten haben.
Auf Plausibilität prüfen: Darin ist die KI am stärksten. Eine plausible Falschaussage übersteht diesen Test.
Was verifiziert werden muss: jede sachhaltige Aussage, die Sie ins Gutachten übernehmen, besonders Zahlen, Maße, Einheiten, Normbezeichnungen und -fassungen, Fundstellen, Daten und Namen. Verifikation umfasst die richtige Wiedergabe, die passende Fassung und die Anwendbarkeit auf den Fall. Bei rein sprachlicher Glättung genügt der Lesevergleich mit Ihrem Ausgangstext.
Der Aufwand ist real. Wer ihn einspart, unterschreibt ungeprüfte Aussagen.
Praxisregel
Prüfen Sie jede sachhaltige Aussage, die Sie übernehmen, an einer Quelle außerhalb der KI; bei entscheidungserheblichen Aussagen zusätzlich Fassung und Anwendbarkeit. Setzen Sie Zweitmodelle nur als zusätzliche Fehlersuche ein.
Verwandte Begriffe
- Fundstelle / Belegkette – Die Fundstelle ist die genaue Angabe, wo eine Information steht: Dokument, Fassung, Seite, möglichst Abschnitt oder kurzer Auszug.
- Drei Prüffragen für KI-Antworten – Die drei Prüffragen des KI-Grundlagenpapiers der Oberlandesgerichte prüfen die Qualität einer KI-Antwort: Ist sie richtig? Ist sie relevant? Lässt sie Wesentliches weg?
- Halluzination – Eine Halluzination ist eine KI-Aussage, die überzeugend klingt, aber weder durch Ihre Unterlagen noch durch die Wirklichkeit gedeckt ist.